39 Grad in Heidelberg. Der Anzug hat trotzdem gehalten. Der Abend hat sich gelohnt.
In Teil 1 hatten wir erzählt, warum wir TOP 100 Innovator 2026 geworden sind. Jetzt waren wir da, wo es gefeiert wurde.
Christian Wulff, Mentor des Wettbewerbs und ehemaliger Bundespräsident, war dabei. Für uns war es das erste Mal bei einer TOP 100-Verleihung.
Was uns an dem Abend überrascht hat, war nicht die Preisverleihung. Es war der Raum. Rund 500 Unternehmen, bunt wie es im deutschen Mittelstand nur geht. Bäckereien. Energieversorger. Digitalversicherer. Klima-Fachbetriebe. Maschinenbauer. Alle mit demselben Siegel, alle mit völlig anderen Geschichten dahinter.
Und trotzdem: dieselben Fragen überall. Wie verändert man, ohne zu gefährden? Wie hält man Betrieb aufrecht und denkt gleichzeitig weiter? Wie baut man etwas, das morgen noch trägt?
Fragen, mit denen wir täglich arbeiten. Es war seltsam vertraut.
Die Wirtschaftsuniversität Wien hat uns über 100 Kriterien lang unter die Lupe genommen. Gesamtrating A+, der TOP-100-Schnitt liegt bei A. Was uns mehr beschäftigt als das Gesamtergebnis: Wir landen in den Kategorien Innovative Prozesse & Organisation sowie Außenorientierung & Open Innovation unter den Top 10 aller Teilnehmer.
Konkret heißt das zum Beispiel: Bei einem unserer Lotterie-Partner pflegen wir eine gemeinsame Wissensbasis, in der nicht nur wir, sondern auch der Kunde Marktdaten, technische Lösungen und Studienergebnisse einsehen kann. Kein internes Wiki, sondern ein geteilter Raum. Bei Emilia, unserer digitalen Rechtsschutzversicherung in der Schweiz, sind wir nicht nur Dienstleister, sondern Mitinvestor, beteiligt an Unternehmensanteilen statt nur an Stunden abzurechnen. Wenn eine Idee bei uns intern entsteht, dauert es im Schnitt zwei Tage, bis jemand entscheidet, ob sie weiterverfolgt wird.
Das ist nicht spektakulär. Aber es ist der Unterschied zwischen Innovation als Behauptung und Innovation als gelebter Alltag.
Das Zitat, das vom Abend hängen geblieben ist, stammt nicht von uns. Es beschreibt die TOP 100-Preisträger insgesamt:
Unternehmen, die eine Kultur aufbauen, in der Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als Normalzustand verstanden wird.
Das trifft es ganz gut.
Was solche Abende bringen, merkt man meistens erst danach. Gute Gespräche mit Leuten, die man sonst nicht trifft. Fragen, die noch eine Weile nachhallen. Und die Erinnerung daran, dass man nicht alleine ist mit dem, was einen antreibt.
Auf das, was als nächstes kommt.